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Zahnarzt Dr. Gerner

Zahnerhalt und Zahnersatz, mikroskopische Wurzelbehandlungen

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Archiv für Februar 2013

Terrassenweinbau

24.02.13 by Wolfgang Gerner

Der folgende Beitrag ist ein Exzerpt des Beitrages „Zur Bau- und Arbeitsgeschichte der Weinbergskultur“ der Autoren Werner Konold, Claude Petit und Franz Höchtl aus der Zeitschrift Schwäbische Heimat, 2010/1.

Die Anfänge des Weinbaus in Württemberg dürften bis ins 7. und 8. Jahrhndert zurückreichen. Anhand von Schenkungsurkunden kann nachvollzogen werden, wie Rebflächen aus freiem oder privatem Eigentum an geistliche Grundherrschaften geschenkt wurde. Die Quellen schweigen jedoch darüber, ob es sich um Terassenweinberge handelte – technisch wäre dies ohne Zweifel möglich gewesen. Den Weinbauern dürfte aber nicht entgangen sein, dass nicht nur die Sonneneinstrahlung in den Hanglagen dem Wachstum der Reben dienlich ist, sondern auch der bessere Schutz vor Frost durch die abfliessende Kaltluft. Die Anfänge des Terassenbaus im Remstal werden auch mit dem Beginn des Burgenbaus um 1050 verbunden. Im 16. Jahrhundert werden Gesetze und Verordnung zum Weinbau erlassen, die das Ziel verfolgen, unkontrollierten Rebbau einzuschränken und Versorgungsprobleme durch den Wegfall von Wiesen, Weiden und Äckern vorzubeugen. So erlaubt beispielsweise die württembergische Landesverodnung von 1567 den Weinbau nur auf verwildertem, mit Dornbüschen oder Hecken bewachsenem Gelände.

Obwohl der Weinbau ab dem 18. Jahrhundert auch wissenschaftlich begleitet wurde, dürfte die Mehrzahl der Wengerter ohne Kenntnis von Fachliteratur in immer wiederkehrenden Arbeitsschritten ihre Weinberge bearbeitet haben. Neben der Pflege der Pflanzen galt die Aufmerksamkeit der Weinbauern dem Boden. Gedüngt wurde, wie in der Langwirtschaft üblich, mit organischen Stoffen wie etwa Mist oder Stroh. Weinbergspezifisch dürfte jedoch die folgende Tätigkeit gewesen sein: Regelmäßig mußte Erde in die Weinberge getragen werden, um den vom Regen abgeschwemmten Boden zu ersetzen. Das Durchmischen mit mineralhaltigen Mergeln aus weinbergsnahen Mergelgruben sorgte für eine mineralische Düngung der Reben.

Die Trockenmauern sind seit altersher Teil des Rebflächen. Die Erschließung der steilen Lagen erfolgt über Treppen und Staffeln von teilweise sehr unterschiedlicher Ausführung. So waren wohlhabende Besitzer in der Lage, begabte und gut bezahlte Feldmaurer zu beschäftigen, wodurch eine teilweise außergewöhnliche Qualität der Maueren erreicht werden konnte. Die Steine der Trockenmauren wurden meist direkt im Weinberg oder einer in unmittelbarer Nähe der Weinberge angelegten Abbaustellen entnommen, der wirtschaftliche Aufwand hierfür dürfte mitunter aber enorm gewesen sein. In Erwartung eines zu erwartenden langfristig hohen Ertrages scheute man die hohen Invesitionen nicht. Man geht davon aus, dass dem Bau der Anlagen eine übergeordnete Planung von Fachleuten zu Grunde lag, detailierte Quellen hierzu gibt es jedoch keine. An Hand von Aufstellungen zur Qualifizierung und Entlohnung von Handwerkern kann jedoch nachvollzogen werden, dass verschiedene Handwerker und Akkordarbeiter am Bau beteiligt waren.

Empfehlenswert: Rundgang Kulturhistorischer Weinlandschaft Geigersberg/Ochsenbach, Stromberg. Karte hier.

terrasse

Kategorie: Vermischtes

Im Weinberg – Januar

02.02.13 by Wolfgang Gerner

Ein Jahr im Weinberg. In den ersten Monaten des neuen Jahres steht der Rebschnitt im Vordergrund. Denn, ungeschnitten würde die Weinrebe – ganz das Lianengewächs – in alle Himmelrichtungen wachsen.

  • Anfang Januar. Lemberger und Cabernt-Franc schneiden. Frank erklärt den Aufbau der Rebe in Stamm oder altes Holz, zweijähriges Holz und einjährges Holz oder Fruchtruten. Weinreben blühen und tragen immer am neuen Holz. Demzufolge wird aus einer Fruchtrute des letzten Jahres ein zweijähriges Holz des aktuellen Jahres aus dem dann die Fruchtruten treiben werden. Daneben gilt es noch ein Jahr weiterzudenken. Je nach Aufbau der einzelnen Rebe wird ein Zapfen angeschnitten, aus dem sich im aktuellen Jahr eine Fruchtrute entwickeln kann. In der darauffolgenden Wachstumsphase kann aus dieser Fruchtrute dann ein zweijähriges Holz werden, aus dem sich wiederum die Fruchtruten entwickeln.
    Was beim Zuschauen noch recht einfach aussieht, erweist sich in der praktischen Umsetzung als echte physische Herausforderung: das Schneiden eines dicken zweijährigen Holzes. Ich kriegs nicht hin, die Schere bleibt stecken. Frank schmunzelt und reicht mir die elektrische Schere. Aber bitte keinen Draht durchschneiden! Jeder arbeitet in seiner Reihe, bei unübersichtlicher Situation frage ich nach und wir entscheiden gemeinsam. Meditative Stimmung. Langsam wird´s dunkel, wir wollen noch eine Reihe schneiden. Bong. Die Schere hat, mit meinen Fingern am Abzug, mühelos den Draht abgezwickt. Leichtes Entsetzen bei mir, Frank lacht. Steht wohl 1:1 – er hat heute Mittag, bevor ich dazu kam, schon mal repariert. Nun, ich wollte eigentlich weniger Schaden anrichten und mehr mitarbeiten. Und als ob´s nicht genung wär, kaum ist die erste Stelle wieder verdrahtet, kracht´s an der nächsten Stelle. Verunsicherung. Frank bastelt wieder. Wir schneiden noch bis es Dunkel wird, dann ist erstmal Feierabend.
  • Mitte Januar dann endlich typisches Winterwetter mit Temperaturen um den Nullpunkt und Schnee. Es hat ordentlich reingeschneit in den Weinberg, die Reben sind gut verpackt unter einer dicken weißen Schicht. Damit ruhen die Arbeiten erstmal bis auf weiteres.
  • Ende Januar. Riesling schneiden. Es liegt zwar immer noch Schnee, aber nur auf dem Boden und nicht auf den Reben. Wir schneiden Riesling. Wie bei Lemberger und Cabernet Franc sollen zwei Fruchtruten stehen bleiben, der Rest wird rausgeschnitten. Und das ist eine ganze Menge. Riesling scheint recht wuchsfreudig zu sein, dementsprechend zeitaufwändig ist der Rebschnitt. Beim Arbeiten an den Trieben fällt auf, dass Riesling etwa verglichen mit den Lembergern eine Reihe weiter, wesentlich flexibler und geschmeidiger sind. Frank zeigt an verschiedenen Stöcken wie die Ruten später gebunden werden sollen. Das fällt beim Riesling leicht, wohingegen die Lemberger eine zarte Hand mit viel Gefühl brauchen, um beim Biegen nicht abzubrechen.
  • Letzte Januar-Woche und mildes Wetter. So stellt man sich die Wengerterei vor: Die Sonne scheint, es hat um die 10 Grad im Weinberg, dazu leichter Wind. Mit der Sonne um die Wette strahlen. Zwei Stunden später sieht´s anders aus. Die Sonne ist weg und der Wind hat deutlich aufgefrischt. Kalt wird´s. Das für und wieder der Arbeit im Freien, im Kurzdurchlauf sozusagen. Schneiden im Zuckerle. Trollinger und Lemberger. Die Trollinger sind um die 25 Jahre alt , die Stämme dick und verknotet. Das Holz ist relativ weich, außerdem bilden sie wenig Finger, oder wie man die kleinen Ranken auch immer nennen mag. Man kommt rasch vorwärts. In der nächsten Terassen dann Lemberger. Jede Fruchtrute hält sich mit ungezählten Ranken an den Drähten fest. Ein Geziehe und Gezerre, bis alles rausgeschnitten ist. Immer mal wieder in die Ferne gucken, oben an der Kante des Hangs die Krähen mit lautem Bohei im Wind.
  • zuckerle

    Kategorie: Vermischtes

    Zahnarzt Dr. Gerner, Zahnerhaltung und Zahnersatz, mikroskopische Wurzelbehandlungen.