Klassiker Teil II.


Bereits in den 1930er Jahren fordern Hochschullehrer die vollständige Aufbereitung des Wurzelkanals von der Krone bis zur Wurzelspitze. Nur, wo hört der Wurzelkanal eigentlich auf? Genau an der Wurzelspitze oder früher? Wie lässt sich diese Stelle in Erfahrung bringen ohne den Zahn zu entfernen?

1955 schickt sich der Mexikaner Yury Kuttler an, dieses Rätsel zu lösen. In seiner Studie “Microscopic investigation of root apexes” untersucht er extrahierte Zähne und stellt anhand von Schliffpräparaten fest, daß das Ende des Wurzelkanals dort zu liegen kommt, wo sich Dentin und Wurzelzement treffen. Geboren ist eine anatomische Struktur, die man späterapikale Konstriktion oder Foramen physiologicum nennen wird. Ganz nebenbei wird diese Engstelle so manchen rechtschaffenden Zahnarzt ordentlich an der Nase herumführen, da sie klinisch alles andere als gut darstellbar ist. Auch mit Erfahrungswerten läßt sich dieser Fall nur zufriedenstellend lösen, da statistische Annäherungen kaum die Variabilität ausdrücken können, mit der die Natur diesen einsamen Zipfel ganz unten am Zahn versehen hat. So geistert nach wie vor die Empfehlung durch zahlreiche Hörsäle und Lehrbücher, das dieapikale Konstriktion rund 1-1,5 mm vor dem röntgenologischen Apex zu erwarten sei. 1964 werden erste elektronische Längenmessgeräte beschrieben – deren Nachfolger der letzten Generation (ab ca. 2000-2002) erlauben zusammen mit röntgenologischen Techniken eine einigermaßen genaue Bestimmung der Arbeitslänge.

1 Kommentar

Aus eigener Erfahrung behaupte ich, dass kein Zahnarzt eine einwandfreie Wurzelbehandlung hinkriegt. Dafür sind die Kanäle zu sehr verästelt. Bei mir war es immer der gleiche Ablauf: Wurzelbehandlung, dann 10 Jahr Ruhe, dann Zyste an der Wurzelspitze, danach Resektion der Wurzelspitze. Dann kann ich mir den Zahn gleich ziehen lassen und erspare mir einige Schmerzen.

[ 1 ]  Jings | 10.08.08, 20:57 Uhr

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