Personzentrierte Beratung

Dorothea Kunze ist Trainerin mit Herz und Verstand. Ruhig und konzentriert folgt sie dem Gespräch, manchmal mit geschlossenen Augen, den Kopf leicht gesenkt. Ihre feedbacks sind klar strukturiert und von milder Deutlichkeit, ihr scheint nichts zu entgehen, keine noch so kleine Veränderung der Stimmlage, keine noch so versteckte Botschaft des Klienten wie des Beraters. Immer wieder springt sie auf um die Aufstellungen auf den flip-charts zu ergänzen, greift nach einem Buch um eine wichtige Anmerkung zu zitieren. Nach einem Jahr Bedenkzeit habe ich mich entschlossen, eine berufsbegleitende Weiterbildung in personzentrierter Beratung/GwG zu beginnen. Der personzentrierte Ansatz geht auf den amerikanischen Psychologen Carl Rogers zurück. Ürsprünglich in der Gesprächspsychotherapie eingesetzt, wurde schon früh erkannt, das sich die Grundprinzipien dieser Idee auch auf verschiedenste andere Bereiche übertragen lassen wo Menschen miteinander kommunizieren. Im ersten Kursteil am vergangenen Wochenende standen die theoretischen Grundlagen des personcentred approch im Vordergrund. Ungewohnt das Sitzen im Kreis, wo bei Fortbildungen sonst powerpoint-Präsentationen in abgedunkelten Räumen den Kurzschlaf förmlich herbeirufen. Dazwischen praktische Übungen in konstruktiver, wohltuender Atmosphäre. In der Mittagspause ein kurzer Lauf über die sonnigen Felder. Der Kopf damit beschäftigt die vielfältigen Eindrücke zu verarbeiten, unter den Sohlen knirscht der gefrorene Schnee.

4 Kommentare

Super Beitrag zum Jahresende! Frohe Weihnachten und nen guten Rutsch in 2009

[ 1 ]  Haarausfall | 23.12.08, 18:57 Uhr

Der Beitrag ist echt nicht schlecht. Beratung finde ich wird nämlich immer wichtiger und es wird auch immer mehr vernachlässigt, weil sich viele einfach nicht mehr so festlegen wollen bzw. nicht können, weil sie es einfach nicht wissen. Ich finde den Beitrag sehr gut und auch die beiden Verlinkungen habe ich mir angesehen und war sehr begeistert von den beiden Personen. Mal schauen, wo uns das noch hinführen wird. Mal schauen ob die praktischen Übungen bei mir auch helfen. ;-)

[ 2 ]  Marcel | 18.02.09, 13:40 Uhr

[...] Für meine Ausbildung in personzentrierter Beratung suche ich Klienten aus dem zahnmedizinischen Umfeld (Kollegen/-innen oder Zahntechniker/-innen), die für ein oder zwei Gespräche zur Verfügung stehen. Themen könnten Umgang mit Patienten oder Mitarbeitern sein, Kommunikation mit dem Labor, Mitarbeiterführung o.ä. Die Gespräche werden aufgezeichnet und im Rahmen meiner Ausbildung anonymisiert und ausgewertet. Die Gespräche werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Nähere Infos per mail. [...]

[ 3 ]  Zahnblog » Klienten für coaching gesucht | 22.03.09, 22:05 Uhr

[...] Punkt 9 Uhr Wechsel im Behandlungszimmer. Patient A. tritt ein, kurze Begrüßung, ein kleiner Schlencker zum Mißgeschick und wieder zurück zum Überweisungsauftrag. Ich höre konzentriert zu, kläre auf, beantworte Rückfragen und unterbreite einen Behandlungsvorschlag. Die Revision der Wurzelkanalbehandlung verläuft nur teilweise gut, mesiobuccal ist nichts zu machen. Eine Stunde später. Der Zahn ist soweit behandelt, das Mikroskop wieder in Parkposition an der Wand. Nachbesprechung. Ich bin mit dem Behandlungsergebnis dahingehend zufrieden, als daß ich das bestmögliche aus der schwierigen Situation machen konnte. Pat. A. teilt meine Meinung nicht. Die von mir vorgeschlagenen “Nacharbeiten” stimmen wenig mit dem überein, wie er sich das Behandlungsergebnis vorgestellt und wie wir sie auch eingangs unter Zugrundelegung der Röntgenaufnahmen besprochen hatten. Die augenblickliche Szene erinnert unwillkürlich an den “Einstand” von Patient A. in unserer Praxis vor rund einer Stunde. Aber anders als vorhin höre ich mehr auf die Zwischentöne in der Patientenaussage, die Sorge wegen vielleicht schmerzhafter Behandlungen, verloren gehenden Zähnen und einer sich immer länger hinziehenden Odysee durch Zahnarztpraxen mit ungewissem Ausgang. Ich nehme die Befürchtungen ernst, kläre in den unklaren Punkten weiter auf und frage zurück. Eine Viertel Stunde später scheint die Sonne nicht nur vor den Praxisfenstern, sondern auch im Behandlungszimmer. Der Tonfall ist nicht mehr sarkastisch bis resigniert und dafür neugierig und optimistisch. Wir verabschieden uns, in einem zweiten Termin gilt es eine weiteren Zahn zu behandeln. Dies dürfte ein Routineeingriff werden und wenig spektakulär. Sehr gespannt bin ich auf das Ergebnis der Arbeit an der der Seele, ich wäre zufrieden und dankbar, hätte ich hier etwas erreichen können. Leben mit Carl I. [...]

[ 4 ]  Zahnblog » Leben mit Carl | 07.07.09, 21:24 Uhr

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