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	<title>Zahnblog &#187; Personzentriert</title>
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	<description>Die ganze Welt der Zähne</description>
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		<title>Lernprozesse in der Praxishygiene</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Mar 2011 20:29:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Gerner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personzentriert]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem sehr speziellen Beitrag der zahnärztlichen Mitteilungen, der unter der Rubrick Psychologie für Zahnärzte firmiert, würzt die Autorin wissenschaftliches zum Thema Lernen mit &#8220;Lernprinzipien nach Carl Rogers&#8221;. Im Folgenden der Wortlaut unseres Leserbriefs.
Der amerikanische Psychologe Carl Rogers hat sich in seinem umfangreichen Werk auch mit Lehr- und Lernprozessen auseinandergesetzt. In Ihrem Beitrag überträgt die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem sehr speziellen <a href="http://www.zm-online.de/m2a.htm?/heft/pages2/pman3.htm">Beitrag</a> der <a href="http://www.zm-online.de/">zahnärztlichen Mitteilungen</a>, der unter der Rubrick <em>Psychologie für Zahnärzte</em> firmiert, würzt die Autorin wissenschaftliches zum Thema Lernen mit &#8220;Lernprinzipien nach Carl Rogers&#8221;. <strong>Im Folgenden der Wortlaut unseres Leserbriefs.</strong></p>
<p>Der amerikanische Psychologe Carl Rogers hat sich in seinem umfangreichen Werk auch mit Lehr- und Lernprozessen auseinandergesetzt. In Ihrem Beitrag überträgt die Psychologin Dr. Lea Höfel „Lernprinzipien Carl Rogers“ in Hygienevorschriften von Zahnarztpraxen – und wird dabei dem personzentrierten Ansatz, der Rogers Werk wie eine roter Faden durchzieht und die Basis seiner Arbeit schlechthin darstellt, nicht gerecht.</p>
<p>Carl Rogers (1902-1987) gilt ohne Zweifel als die herausragende Persönlichkeit in der humanistischen Psychologie, sein personzentrierter Ansatz hat wie kein anderer die Sicht auf menschliches Denken und Handeln strukturiert und erfahrbar gemacht. In seinem 1969 erschienenen Buch „Lernen in Freiheit“ beschrieb er Voraussetzungen, die Neugierde und Lernbereitschaft fördern und Bedingungen unter denen Lehrende sich entfalten können. Dort weist Rogers eindringlich auf die Bedeutung eines Klimas des Vertrauens hin, das den natürlichen Wunsch eines jeden Menschen zu lernen nährt und stärkt. Aber wie schafft man nun diese Umgebung des Vertrauens? In seinem personzentrierten Ansatz beschrieb Rogers die jedem Menschen innewohnende Fähigkeit nach positiver Weiterentwicklung, die im zugleich Bedürfnis ist: sei es weniger Unzufriedenheit, Sorge und Angst oder einfach nur mehr Erfolg in der Schule oder am Arbeitsplatz. Diese Weiterentwicklung oder „Aktualisierung“ wird aber nur in einer Atmosphäre der Angstfreiheit stattfinden, in einer Umgebung des Vertrauens, die sich durch Akzeptanz, Wertschätzung und nicht an Bedingungen geknüpfte, positiven Beachtung auszeichnet. Rogers erkannte, dass persönliche Weiterentwicklung nur in der empathischen Begegnung mit anderen erfolgt und Geringschätzung und Abwertung zu Stillstand und Rückzug in die innere Immigration führt.</p>
<p>Es mag dahingestellt sein, ob Hygieneprozesse in Zahnarztpraxen durch Teammitglieder verbessert werden, die „den Ekel spüren“, wie Höfel ausführt, oder Zahnärzte das „Einhalten von Vorschriften lobend kommentieren“ sollen &#8211;  nach einer sorgfältigen Durchdringung der zutiefst menschlichen Gedankenwelt Carl Rogers klingt es jedensfalls nicht.</p>
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		<title>mobiler Segen</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 08:27:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Gerner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>
		<category><![CDATA[Personzentriert]]></category>

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		<description><![CDATA[Unser Patient an diesem Morgen trägt kariertes Hemd, Jeans, Sportschuhwerk. Und handy am Gürtel. Die Aufklärung ist irgendwie fahrig, unzusammenhängend. Welcher Zahn, weswegen, wieso nicht anders. In mir kocht langsam der Ärger auf unseren Überweiser, anscheinend wurde kaum ein Wort geredet, geschweige denn über Kosten informiert. Aber irgendwie kommen wir vorwärts, werden uns einig. Wunderbar, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Patient an diesem Morgen trägt kariertes Hemd, Jeans, Sportschuhwerk. Und handy am Gürtel. Die Aufklärung ist irgendwie fahrig, unzusammenhängend. Welcher Zahn, weswegen, wieso nicht anders. In mir kocht langsam der Ärger auf unseren Überweiser, anscheinend wurde kaum ein Wort geredet, geschweige denn über Kosten informiert. Aber irgendwie kommen wir vorwärts, werden uns einig. Wunderbar, jetzt kanns losgehen. Dann der unvermeidliche Telefonanruf. Griff an den Gürtel, Blick darauf, wegdrücken. </p>
<p>Der Patient holt tief Luft und fragt: &#8220;Kann ich noch schnell telefonieren?&#8221;<br />
Ich antworte: &#8220;Es scheint sehr wichtig für Sie zu sein, also los&#8221;.</p>
<p>10 Minuten später kommt Patient ins Sprechzimmer zurück, entspannt, gelöst zuversichtlich. Wir beginnen wir mit der Wurzelbehandlung, entspannt, gelöst, zuversichtlich.</p>
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		<title>Fehlanzeige</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 13:45:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Gerner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>
		<category><![CDATA[Personzentriert]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor den Osterferien eine junge Patientin von ca. 12 jahren in der Sprechstunde, die Lippe dick angeschwollen. Submuköser Abszeß ausgehend von einem abgekrachten Frontzahn, sei noch von Halloween, bemerkt die junge Dame wortkarg. Erst Trep und Inz, am nächsten Tag ist die Lippe deutlich besser, wunderbar, jetzt medikamentöse Einlage und Verschluß. Sie wundert sich wohl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor den Osterferien eine junge Patientin von ca. 12 jahren in der Sprechstunde, die Lippe dick angeschwollen. Submuköser Abszeß ausgehend von einem abgekrachten Frontzahn, <em>sei noch von Halloween</em>, bemerkt die junge Dame wortkarg. Erst Trep und Inz, am nächsten Tag ist die Lippe deutlich besser, wunderbar, jetzt medikamentöse Einlage und Verschluß. Sie wundert sich wohl ein bißchen als ich nach der Behandlung sage: <em>&#8220;Wenn du möchtest, kümmere ich mich um deine abgebrochenen Schneidezähne und bau sie wieder auf. Einzige Bedingung: Termine sind verbindlich &#8211; entweder du kommst oder du sagst rechzeitig ab. Und zwar nicht 10 Minuten vor dem Termin.&#8221;</em> Sie nickt und ist verschwunden.</p>
<p>Heute ist der Rest vom Schützenfest vorgesehen und, Überraschung, die Mutter ist mit dabei. Das Mädel wieder wortkarg, die Mutter eher genervt. Dann zum Abschluß der Behandlung zur Tochter: <em>&#8220;Jetzt warst du aber tapfer, über eine Stunde!&#8221;</em> Scheint froh zu sein, die Wurzelbehandlung ihrer Tochter überstanden zu haben. Sie gibt mir die Hand, knappes Lächeln, kurzer Gruß. Ein Danke? Fehlanzeige. Hoffentlich kommt das Mädel nächstes Mal wieder alleine. Und hoffentlich hat die Mutter Ihren eigenen Zahnarzt.</p>
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		<title>&#8220;Ich bin Zahnarzt.&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 05:31:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Gerner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>
		<category><![CDATA[Personzentriert]]></category>

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		<description><![CDATA[1. Was machst du beruflich?
Ich bin Zahnarzt. In der einen Hälfte meiner Behandlungszeit versorge ich meine Stammpatienten mit ordentlicher Zahnmedizin, in der anderen Hälfte behandle ich Überweisungspatienten für Wurzelbehandlungen. Nebenberuflich tätig bin ich als kaufmännischer Angestellter, Alleinunterhalter und Mädchen-für-alles.
2. Was ist gut – was ist nicht so gut daran?
Gut daran ist selbstständig als Arzt Menschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>1. Was machst du beruflich?</strong><br />
Ich bin Zahnarzt. In der einen Hälfte meiner Behandlungszeit versorge ich meine Stammpatienten mit ordentlicher Zahnmedizin, in der anderen Hälfte behandle ich Überweisungspatienten für Wurzelbehandlungen. Nebenberuflich tätig bin ich als kaufmännischer Angestellter, Alleinunterhalter und Mädchen-für-alles.</p>
<p><strong>2. Was ist gut – was ist nicht so gut daran?</strong><br />
Gut daran ist selbstständig als Arzt Menschen helfen zu können und gut davon leben zu können. Gut daran ist eigene Ideen umsetzen zu können und nicht auf die Gnade eines Vorgesetzten angewiesen sein zu müssen. So hat es einst die Wurzelbehandelei in die Praxis geschafft und in jüngerer Zeit der personzentierte Ansatz. Dazu mußte ich niemanden um Erlaubnis bitten, ich konnte es machen weil ich es wollte. Und gut daran sind die zufriedenen Patienten, die nach Abschluß der Behandlung ein Lob aussprechen. Entweder für mich, für meine Mannschaft oder für uns alle. Manchmal hat man mit ganz besonderen Menschen zu tun. Ohne die Bohrerei hätte ich die nicht kennenlernen können. Auch das ist gut daran.</p>
<p>Nicht so gut daran ist der ganze Stress der damit einhergeht: zahnmedizinische Eingriffe sind oft unangenehm bis schmerzhaft, das heißt als Zahnarzt füge ich Schmerzen zu. Nicht so gut daran sind die Eigenheiten der Selbstständigkeit. Z.B. das für alles verantwortlich sein müssen. Nicht so gut daran ist auch das Gesundheitssystem&#8230; Das möchte ich allerdings nicht allzu sehr vertiefen.</p>
<p><strong>3. Was wäre dein absoluter Traumberuf?</strong><br />
Gleichwohl ich meinen Beruf als Traumberuf verstehe, möchte ich nicht mit einem Bohrer in der Hand vor den Schöpfer treten. Dann schon eher mit einem Bienenkorb unterm Arm. Oder mit schottischen Hochland-Rindern (die mit den Puschel-Ohren) an der Leine. Oder mit köstlichem handgemachtem Ziegen-Käse.  Mit duftenden Destillaten, Wildkräutern allerfeinster Qualität &#8230;. In jedem Falle aber mit einem Lächeln.</p>
<p><strong>4. Warum gerade dieser?</strong><br />
Zahnheilkunde ist eine spezielle Mischung aus Medizin und besonderen Fingerfertigkeiten. Da ist zum Einen das ärztliche Handwerk, das im erkennen, vorbeugen und heilen von Krankheiten besteht. Das hat teilweise etwas detektivisches, kriminalistisches. Manchmal ist es richtig spannend. Zum Anderen sind dort die handwerliche Präzision, ohne die meiner Erfahrung nach die schönste Mühe nicht zum Erfolg führt. Bsp.weise wenn es darum geht einen genauen Abdruck zu nehmen oder eine Zahn mit möglichst wenig Kraft zu entfernen um das Gewebe zu schonen. Die Freude über eine liebevoll gestaltete, unsichtbare Füllung. Über ein pfiffig operiertes Bindegewebstransplantat um einen freiliegenden Zahnhals zu decken &#8230; Das sind die kostbaren Augenblicke in diesem Job. Und auf die wöllt ich nicht verzichten. </p>
<p>Fragebogen über <a href="http://www.ankegroener.de/?p=7748">Anke Gröner</a>.</p>
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		<title>Drei Monate später &#8211; Fortsetzung</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Mar 2010 08:17:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Gerner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personzentriert]]></category>

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		<description><![CDATA[Zentrales Axiom in Carl Rogers personzentrierter Persönlichkeitstheorie ist die Aktualisierungtendenz. Dazu schreibt R.: In meinen Augen ist dies eine zuverlässige Tendenz, die, wenn sie nicht behindert wird, das Individuum zu Reife, Wachstum und einer Bereicherung des Lebens führt. Mein Resumee nach 15 Monaten personzentriertem Ansatz: auf die Aktualisierungstendenz ist Verlass.
Zurück in die Praxis. Während der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zentrales Axiom in Carl Rogers personzentrierter Persönlichkeitstheorie ist die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aktualisierungstendenz">Aktualisierungtendenz.</a> Dazu schreibt R.: <em>In meinen Augen ist dies eine zuverlässige Tendenz, die, wenn sie nicht behindert wird, das Individuum zu Reife, Wachstum und einer Bereicherung des Lebens führt</em>. Mein Resumee nach 15 Monaten <a href="http://www.zahnblog.de/praxis/">personzentriertem Ansatz</a>: auf die Aktualisierungstendenz ist Verlass.</p>
<p><a href="http://www.zahnblog.de/drei-monate-spaeter/">Zurück in die Praxis</a>. Während der Beratung erwähnt die Patientin, daß im Laufe der vergangenen Wochen ein anderer Zahn zunächst auffällig geworden sei, bevor er dann behandelt werden musste. Die Wurzelbehandlung des kleinen Backenzahnes sei aber noch nicht abgeschlossen. Ich nicke, im Stillen fällt es mir an dieser Stelle schwer dem Gespräch zu folgen. Ein Stück weit bin ich fassungslos. Nachdem es uns in den vergangenen Monaten gelang, einiges wieder gerade zu rücken, wie kann es sein, daß wir bei einer weiteren, annähernd gleichen Behandlung nicht das Vertrauen zur Erstbehandlung erhalten?</p>
<p>An einem Freitag-Morgen zwei Wochen später gehen wir die Patientenkarten des Tages durch. Überraschung. Die Patientin wird gegen neun zur Behandlung erwartet. Ihr Zahn hätte sich wieder gemeldet, das Spülen der Kanäle beim Erstbehandler nicht die gewünschte Wirkung gezeigt &#8230;</p>
<p><a href="http://www.zahnblog.de/wp-content/uploads/2010/03/15-2.jpg"><img src="http://www.zahnblog.de/wp-content/uploads/2010/03/15-2-300x175.jpg" alt="15-2" title="15-2" width="300" height="175" class="alignnone size-medium wp-image-515" /></a></p>
<p>&#8230; mit unserem Ergebnis (Bild) sind wir sehr zufrieden &#8230;. und überzeugt, daß handwerkliche Präzision nur ein Teil des Ganzen ist.</p>
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		<title>Leben mit Carl III</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 08:16:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Gerner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personzentriert]]></category>

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		<description><![CDATA[Die zahnärztliche Behandlung ist nicht nur für manchen Patienten die Hölle, auch der behandelnde Zahnarzt kann solche Situationen in seiner beruflichen Tätigkeit als außerordentliche Herausforderung erleben. Man könnte auch von Stress sprechen, teilweise wäre Angst das richtige Wort. Dieser Kehrseite der Behandlung von Angstpatienten wurde nur in einigen wenigen Studien nachgegangen. Eine dieser seltenen Arbeiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die zahnärztliche Behandlung ist nicht nur für manchen Patienten die Hölle, auch der behandelnde Zahnarzt kann solche Situationen in seiner beruflichen Tätigkeit als außerordentliche Herausforderung erleben. Man könnte auch von Stress sprechen, teilweise wäre Angst das richtige Wort. Dieser Kehrseite der Behandlung von Angstpatienten wurde nur in einigen wenigen Studien nachgegangen. Eine dieser seltenen Arbeiten hierüber ist die Diplomarbeit der Psychologin Hella Heering-Sick, deren Ergebnisse in den Beitrag <a href='http://www.zahnblog.de/wp-content/uploads/2010/02/Patientenangst-im-Erleben-von-Zahnärzten-mit-unterschiedlichen-Persönlichkeitshaltungen.pdf'>Patientenangst im Erleben von Zahnärzten mit unterschiedlichen Persönlichkeitshaltungen</a> mündeten. Ziel der Studie war es herauszufinden, wie die betroffenen Zahnärzte die Belastung erleben und wie sie damit umgehen. Unter den Reaktionen der Kollegen waren die Antworten <em>Ich werde übervorsichtig</em> an erster Stelle genannt, dahinter folgen <em>Ich werde abgespannt und müde</em> , <em>Ich werde nervös</em> und <em>Mein Puls beschleunigt sich</em>. Damit könnte mancher Patienten gut leben. Spannender ist jedoch folgende Aussage, die ein Viertel der befragten Zahnärzte machten: <em>Meine Arbeit wird ungenauer</em>. Bedrohung ängstlicher Zahnarzt?</p>
<p>Und wie hilft sich Zahnarzt nun aus dieser Klemme? Natürlich darf hier die <em>Anwendung von mehr Lokalanästhesie</em> nicht fehlen, interessanterweise nimmt die Spritze aber nur den zweiten Platz ein.  Als sehr erfolgversprechend und von 82% der Befragten angegeben galten hingegen <em>Mehr Gespräche erklärender und beratender Art</em>. Damit scheint nicht nur Patient aus einem mit Empathie und Wertschätzung geführten Gespräch vor der Behandlung seinen NUtzen zu ziehen, sondern auch Zahnarzt. Verkehrte Welt? Nein, nur Wasser auf die Mühlen des amerikanischen Psychologen und Therapeuten Carl Rogers und seinen <a href="http://www.zahnblog.de/praxis/">personzentrierten Ansatz</a>.</p>
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		<title>Drei Monate später</title>
		<link>http://www.zahnblog.de/drei-monate-spaeter/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 08:45:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Gerner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personzentriert]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Behandlung der beiden Backenzähne war vor drei Monaten abgeschlossen worden, jetzt gäbe es einen neuen Befund. Die Patientin bittet um eine zweite Meinung, in Wirklichkeit ist sie außer sich. Gehts es weiter mt dieser Zahngeschichte, den Allergien, den ganzen Unfassbarkeiten? 
Zurück zu unserem Bestellbuch. Als ich den Namen lese bin ich eher neugierig als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Behandlung der beiden Backenzähne war vor drei Monaten abgeschlossen worden, jetzt gäbe es einen neuen Befund. Die Patientin bittet um eine zweite Meinung, in Wirklichkeit ist sie außer sich. Gehts es weiter mt dieser Zahngeschichte, den Allergien, den ganzen Unfassbarkeiten? </p>
<p>Zurück zu unserem Bestellbuch. Als ich den Namen lese bin ich eher neugierig als skeptisch, da ich den Fall als einen der interessanteren abgespeichert habe. Die Möglichkeit wieder drauf schauen zu können nehme ich deshalb gerne war. Ging mein Behandlungskonzept auf, lief alles glatt &#8211; gabs Stress und wenn ja welchen? Jedensfall begegne ich der Patientin einigermaßen aufgeräumt. Sie hat Kontrollaufnahmen unserer Wurzelfüllungen mitgebracht, darauf sei ein unerklärlicher Fleck, den ich mir bitte anschauen solle. Hinter dem forderden Ton höre ich ein gerüttetes Maß an Verzweiflung, eigentlich genau gleich wie im November, als wir die Behandlung übernommen und später abgeschlossen hatten. Ich betrachte die Aufnahme und komme zu dem Schluß, daß es bei dem fraglichen Befund nicht um eine Aufhellung handelt, sondern um eine ortstypische Schattierung, von der unregelmäßigen Beschaffenheit der Spongiosa herrührend. Keine klinische Symptomatik, alles recht ordentlich. Unsere Patientin bleibt zunächst skeptisch, ganz langsam kehrt etwas Zuversicht zurück. Doch alles in Ordnung? Aus unserer Sicht ist jedenfalls alles soweit so gut. Trotzdem bin ich skeptisch und biete der Patientin an, nochmals die Krankengeschichte durchzugehen, um das Ganze zu einem guten Ende zu bringen. Eine dreiviertel Stunde später stellt sich die Geschichte etwas genauer dar. Eine große Belastung im Job, gerade noch die Kurve gekriegt. Parallel dazu Zahnprobleme von der rästelhaften Sorte. Erst oben, dann unten. Karies unter Kronen, Neuanfertigungen. Und während sich die Wogen im Job langsam glätten, die Zahnschmerzen bleiben. Oben, unten, mal hier, mal da. Der Allergologe wird ins Boot geholt und der HNO-Arzt, der Hausarzt ohnehin. Termine, Verdachtsdiagnosen, Ratlosigkeit. Und als ob das nicht reichen würde dann noch der Wurzelbehandlungsspezialist.</p>
<p>Kann ich hier als Experte für Wurzelkanalbehandlungen die Kohlen aus dem Feuer holen? Zumindest einige. Zunächst wird natürlich die technisch einwandfrei ausgeführte Wurzelbehandlung dahingehend für Ruhe sorgen, daß typische Probleme ausgehend von einer bakteriellen Kontamination des Wurzelkanalsystems weitgehend egalisiert werden können. In Fällen, in denen wir die Behandlung nicht konzipiert, sondern übernommen haben, bleibt die Frage übrig, ob eine sorgfältige Diagnose gestellt wurde. Oder anders formuliert: Hat die Wurzelbehandung sein müssen? Eine klare Antwort wird sich in den wenigsten Fällen finden, zu viel Zeit ist vergangenen in denen an zu vielen verschiedenen Schräubchen gedreht wurde. Die vergebenen Chancen kann auch der <a href="http://www.zahnblog.de/praxis/">personzentrierte Ansatz </a>nicht zurückbringen. Er kann für die Patientin aber eine Hilfe sein, das Beste aus der Sache zu machen.</p>
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		<title>Leben mit Carl II</title>
		<link>http://www.zahnblog.de/leben-mit-carl-ii/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 07:22:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Gerner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personzentriert]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.zahnblog.de/leben-mit-carl-ii/</guid>
		<description><![CDATA[Demnächst ist Mittagspause und Pizza essen im Da Vinci mit der kleineren Urlaubsmannschaft. Noch rasch Frau X verabschieden und los. Ein Blick ins Wartezimer, neben Patientin X, einer älteren Dame, sitzt dort eine weitere Person mit der ich nicht gerechnet habe. Haben wir jemanden vergessen? Nein, werde ich von Anne aufgeklärt, es handle sich um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Demnächst ist Mittagspause und Pizza essen im <em>Da Vinci</em> mit der kleineren Urlaubsmannschaft. Noch rasch Frau X verabschieden und los. Ein Blick ins Wartezimer, neben Patientin X, einer älteren Dame, sitzt dort eine weitere Person mit der ich nicht gerechnet habe. Haben wir jemanden vergessen? Nein, werde ich von Anne aufgeklärt, es handle sich um die Schwiegertochter der Patientin, die hätte die Taxifahrerin gegeben. Schön.</p>
<p>Mit dem Röntgenbild in der Hand gehe ich ins Wartezimmer, bespreche mit der Patientin den Befund und will mich gerade verabschieden, als die Begleiterin sich an mich wendet. Ob ich auch nach Ihrem Zahnproblem schauen könnte, sie hätte Schmerzen seit vielen Jahren. Könne sie einen Termin bekommen? Gerne antworte ich, sie können aber auch gleich drankommen. Einerseits sehe ich zwar schon die Pizza vor meinem Auge vorbeifliegen, andererseits bin ich neugierig, da war was. Sie würde aber gerne auch nochmals kommen, insistiert die Begleiterin, das sei kein Problem. Patientin X klinkt sich ein, bleib doch da, dann müsse man auch nicht extra herfahren. Mitunter herrlich pragmatisch, diese älteren Leute.</p>
<p>Die &#8220;neue&#8221; Patientin berichtet über Schmerzen seit vielen Jahren auf der linken Seite, der letzte Behandlungsversuch sei von ihr erst unlängst abgebrochen worden, ein Zahn wäre mit Zement versorgt worden. Röntgenbild und Vitalitätsprobe sind unauffällig, dafür ist der Funktionsbefund spektakulär. Kein Muskel der nicht mindestens druckdolent ist, teilweise weicht die Patient schon bei der bloßen Berührung aus. Ob sie eine Schiene getragen hätte? Ja, antwortet sie und sie wisse auch um das Knirschen und Pressen, es ginge schon seit ewigen Zeiten so. Ich fasse meine Untersuchung zusammen und referiere noch über das Wesen der Cranio-manibulären Dysfunktion. Ob sie gerade mehr knirscht als sonst, ob sich etwas verändert hätte, in der Firma, in der Familie? Sie antwortet leise, mit dünner Stimme. Schleichend, kaum merklich vollzieht sich während unseres Gesprächs ein Wandel: an die Stelle der resoluten Patientin, energisch und bisweilen fordernd auftretend, tritt immer mehr die besorgte Mutter, ratlos und unendlich traurig. Ein Problem in der Familie und die Lösung in weiter Ferne. Und während die Behandlungen ohne Erfolg seinen würde sich derjenige immer mehr zurückziehen, die Hilfe ablehnen &#8230;. sich stumm zur Wehr setzen.</p>
<p>Unser Gespräch endet nach knapp 45 Minuten. Und geht mir in den kommenden Stunden nicht mehr aus dem Kopf. Freue mich über die vermeintliche Lösung des Zahnproblems, denke an die unendlichen Möglichkeiten der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Personzentrierter_Ansatz">personzentrierten Beratung</a>. Am Abend Supervision mit der Gattin. Was tun? Ein weiteres Gespräch anbieten? Am nächsten Tag fasse ich mir ein Herz und rufe die Patientin an. Ich biete ihr eine Fortsetzung des Gesprächs im Rahmen einer Beratung an. Zunächst ist sie überrascht, dann neugierig, schließlich interessiert. Sie müsse jedoch erst die Stundenpläne der Kinder abwarten, schließt sie ab, und will sich dann telefonisch melden. Dabei bleibt es. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Rogers">Rogers</a> hat hierzu folgendes formuliert: Um sich weiterzuentwickeln, Neues zu erproben zu können, „<em>setzt der entfaltende Aspekt der Aktualisierungstendenz die ausreichende Gewährleistung des erhaltenden Aspekts voraus</em>“ oder kurz: erst die Termine, dann das Vergnügen.</p>
<p><a href="http://www.zahnblog.de/leben-mit-carl/">Leben mit Carl.</a></p>
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