undenkbar

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Mein Lieblingsinstrument in der Praxis ist der Kofferdam. Das Koffer übersetzt rechteckige Abdeckung heißt, habe ich gerade eben erst erfahren. Neben diversen anderen Dingen auf die ich definitiv nicht gekommen wäre. Das Verhältnis der Zahnärzteschaft zum Kofferdam ist ambivalent, gleichwohl er bisweilen als Gütesiegel für einen ordentlich arbeitenden Zahnarzt herangezogen wird. Patienten sprechen mitunter auch etwas respektlos vom “Gummilappen”. Meine bevorzugte Farbe ist grün, da a) unsere bevorzugte Sorte nur in grün erhältlich ist und b) der zartrosa eingefärbte dann doch zu Bemerkungen Anlass gab. Jedenfalls ist Kofferdam gut für Wurzelbehandlungen, Keramikinlays einsetzen (Bild mitte) und vieles mehr. Eine angenehme und ruhige Atmosphäre in der Praxis ist ohne Kofferdam schlichtweg undenkbar. Und auf die will ich auf gar keinen Fall verzichten. (Zahntechnik vom Feinsten: Nina Zöllner, Winnenden)

13 Kommentare

Und wenn der Zahnarzt meines Vertrauens kein Kofferdam verwendet bei einer Wurzelbehandlung? Sollte ich mir Sorgen machen?

[ 1 ]  tom | 13.03.06, 12:52 Uhr

So sieht´s aus: es arbeiten mehr Zahnärzte ohne Kofferdam als mit. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit eine Wurzelbehandlung ohne das grüne Ding zu erleben größer als mit. Für alle Betroffenen gilt: geteiltes Leid ist halbes Leid.

[ 2 ]  wolfgang gerner | 13.03.06, 19:24 Uhr

Kofferdam, der – der Versuch eines Zahnarztes ein Vierpersonenzelt am hintersten Backenzahn zu befestigen. Besonders bei noch übenden Exemplaren (i.e. Studenten) kann es zu spaßigem Klammerspringen kommen…

- 2 Jahre Studentenkurs als Patiernt hinter mir. und davon waren es knapp 30 Monate mit Kofferdam ;-)

[ 3 ]  Tobias K. | 16.03.06, 10:54 Uhr

@Tobias K.: Zwei Jahre Studentenkurs? Dazu motiviert einen genau was? ;-)

[ 4 ]  tom | 17.03.06, 08:11 Uhr

Meine wunderbaren Goldinlays, die ich jetzt wohl für die nächsten 20 Jahre behalten kann… *g* War damals ein Tip von nem Mitarbeiter, und von da an hab ich bei *zähl* ich glaub 4 Studenten alles über mich ergehen lassen. Und dabei brav den Sauger gehalten und beim Koferdam assisitiert.
Das Übelste war, dass ich nach ner Zeit den ganzen Fremdwortzauber durchblickte, von Heinmann bis Hedström, von lingual über palatinal bis “2-4 C”. Und dann lag ich da ganz ruhig, während die Dame in mir nach Öl suchte, dann brach sie ab, rief den Oberarzt und sagte ganz ruhig “Wir haben hier glaube ich eine P”. Und mir lief innerlich der Schweiß (ich glaub dafür ist der Sauger) weil ich schon vorher wußte, dass es eine Pulpaeröffnung war, was man mir erst 10 Minuten später mitteilte. *zurückdenkendbibber*

[ 5 ]  Tobias K. | 17.03.06, 08:43 Uhr

Wieder was gelernt. Klasse!

[ 6 ]  Uwe Keim | 17.03.06, 13:38 Uhr

also aus dem studentenkurs kann ich auch sagen, dass der kofferdam eine nervige bis schmerzhafte angelegenheit war :)

[ 7 ]  mark | 18.03.06, 12:56 Uhr

Das Ding heisst KofferDAM???
Ich wundere mich seit Jahren, warum mein Zahnarzt mir einen KofferRAUM in den Mund fummelt :o) *gröhl*
Ganz im Ernst, ich glaube, ich leide neben einer Zahnarztphobie auch noch an einem Hörfehler sobald ich seine Praxis betrete.
Hatte übrigens auch heute wieder das Vergnügen mit dem Koffer-nun DAM…
Ich persönlich finde es MIT übrigens viel angenehmer als *ohne*

Liebe Grüße

anabel

[ 8 ]  anabel | 21.03.06, 22:33 Uhr

Kofferdam-Kofferraum? HIer empfielt sich Axel Hacke´s prima kleines Handbuch des Verhörens: “Der weisse Neger Wumbaba”. Ein richtig großer Lese-Spaß.

[ 9 ]  Wolfgang Gerner | 22.03.06, 21:54 Uhr

[...] Kofferdam und Röntgen sind keine guten Freunde. Im Gegenteil: Mit angelegtem Kofferdam ist die Röntgendiagnostik oft recht mühselig. Im Frontzahngebiet sind Ausnahmen möglich. Ein oberer 2er, isoliert mittels einer Klammer 212 läßt sich gut mit einem normalen Rechtwinkelfrontzahnhalter knipsen. Watterolle als Aufbiß für die Gegenbezahnung dazwischen, fertig. Übrigens scheint Kofferdam in manchen Fällen eine ausgesprochen beruhigende Wirkung zu haben. So mußte im abgebildeten Fall die Patientin fürs Bild geweckt werden…. [...]

[ 10 ]  Zahnblog » Kofferdam und Röntgen | 10.06.07, 21:07 Uhr

Sehr informativer Beitrag, danke! Von der “beruhigenden Wirkung” kann ich allerdings nicht berichten, bei mir war’s eher umgekehrt., ich habe den Kofferdam im Gegenteil sozusagen “mental” nicht vertragen. Der Kofferdam wurde für ein Keramikinlay gelegt, und da das Inlay direkt geschliffen wurde, mußte ich relativ lange mit dem Gummi im Mund warten, bis das Inlay fertig war. Nach ungefähr zehn Minuten merkte ich, daß meine Zunge durch das Gummi im hinteren Rachenraum “gefangen” war, und das löste eine Art Panikgefühl aus, als würde ich an meiner eigenen Zunge ersticken. Letztendlich konnte die Situation nur entspannt werden, indem ich in die Horizontale gefahren wurde, so daß die Zunge sich automatisch weiter zurückzog. Schön war’s aber dennoch nicht, bis das Inlay saß und der Kofferdam rauskam, hatte ich immer noch ein unterschwelliges Beklemmungsgefühl…
Das nächste Inlay hat meine Zahnärztin dann auf meine Bitte hin ohne Kofferdam gemacht.

[ 11 ]  Anna L. | 13.01.08, 17:31 Uhr

Hab heute morgen den Kofferdingsda kennengelernt. Ein neuer Arzt in der von mir schon seit 10 Jahren besuchten Praxis hat ihn mitgebracht.
Nachdem mir allerdings die Hilfe 25 Euro fürs anlegen des Lappens abknöpfen wollte, hab ich dankend drauf verzichtet und um sorgfältiges Absaugen gebeten, so wie die Jahre zuvor auch.
Diese Abzocke empfinde ich als unverschämt!

Alfred

[ 12 ]  Alfred Eifel | 02.11.09, 13:00 Uhr

Hatte diese Woche meine 4. Zahneröffnung zwecks Medikamentenwechsel nach akuter und selbst schuld – lange verschleppter Wurzelentzündung (Zahnarztphobie). Da der alte Nachwuchszahnarzt der Praxis gewechselt hatte, kam ich leicht nervös in den Genuss eines neuen Behandlers. Er stellte mir den (mir nur aus Internetrecherchen bekannten) grünen Kofferdamm kostenlos vor. Die anderen 3 Behandlungen bei dem alten Arzt wurde leider ohne KD gearbeitet, geschweige denn erst erwähnt, ich nehme an aus Zeitgründen, was ich im Nachhinein als recht disqualifizierend für denjenigen Kollegen empfinde. Ums Geld kann es nicht gegangen sein, denn für alle möglichen anderen Sachen während der WKB hat er mich auch über die Privat-Kosten informiert. Derjenige “knallte” beim Bohren mit dem Bohrer auch öfter mal gegen die Frontzähne, was ein NoGo ist. Der neue Arzt jedenfalls, trotz jungen Alters, legte eine astreine Behandlung hin, Kofferdamm, sorgfältigste Reinigung der Kanäle, elektronische Längenmessung, keine Hektik etc.
Das ganze dauerte eine knappe Stunde (aus der ich mit leichter Kieferklemme und Meditations-EEG hinausging. Die vorher noch wochenlang deutlich druckschmerzhafte Wurzelspitze ist jetzt nach dieser Behandlung noch mal deutlich besser geworden. Selbst wenn ich pro weiterem Kofferdamm fortan 25 Euro sollte zahlen müssen, nähme ich das gerne an, um mir eine Resektion und ein Implantat mit Kosten von 2000 Euro schlimmstenfalls zu ersparen, immerhin dauert das Anbringen dieser Vorrichtung ja auch seine Zeit.

[ 13 ]  Anja | 12.01.12, 18:43 Uhr

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