unsichtbar

Wer so nahe kommt, der schließt die Augen! Pflegte ein Hochschullehrer zu sagen, der für unsere prothetische Ausbildung verantwortlich zeichnete.

Gemeint waren “sichtbare” Restaurationen im Seitenzahngebiet, wie im aktuellen Fall dargestellt. Zahn wurde vor längerer Zeit mit einer weißen Füllung versorgt. Nachdem wieder ein Teilchen abgesplittert war, wurde eine Neuversorgung des Zahnes erforderlich. Nach Entfernung der defekten Füllung gähnt ein ausgedehnter Krater im Zahn. Und genau davon hängt ab, welche weitere Vorgehensweise nun gewählt wird. Im vorliegenden Fall entschieden wir uns für ein Keramikinlay, mit dem der Zahn nach einer Art Ergänzung wiederhergestellt wird. Der Vorteil: durch die Befestigung mittels eines speziellen Klebers (”dentinadhäsiv”) muss keine gesunde Zahnhartsubstanz dem Halt zuliebe geopfert werden. Beißt hervorragend. Ist unsichtbar. Und schmeichelt jedem Auge, daß näher kommt. (Keramikinlay Zahntechnikermeister A. Hauke)

6 Kommentare

Was sagen denn die Patienten so, wenn Du ihnen eine Kamera in den Mund hälst um Fotos fürs Weblog zu machen?

Oder machst Du die eh sowieso?
Und mit welcher Kamera denn? So eine normale Digitalkamera im Mund stelle ich mir recht schmerzhaft vor? :-)

[ 1 ]  Uwe Keim | 22.02.06, 18:10 Uhr

Die Aufnahmen sind zunächst Dokumenation meiner Arbeit. Ein Teil dieser Bilder fließt in meine Seminare über Wurzelkanalbehandlungen ein.
Ohne etwas Technik geht das leider nicht: Solche Aufnahmen gelingen nur mit Makro und Ringblitz. Seitenzahnaufnahmen werden über Spiegel geschossen, Frontzähne gehen direkt. Und eigentlich könnte ich jedem Patienten um den Hals fallen, wenn er eine Session ohne mit der Wimper zu zucken über sich ergehen lassen hat.

[ 2 ]  wolfgang gerner | 22.02.06, 22:04 Uhr

Du könntest ja so was hier verwenden ;-): http://www.gorillapod.com/gallery06...

[ 3 ]  Uwe Keim | 22.02.06, 22:20 Uhr

Dann lieber die zarten Hände unserer Azubine Tanja. Bald im zahnblog.

[ 4 ]  Wolfgang Gerner | 22.02.06, 22:46 Uhr

Wow, da freu ich mich schon. Los los, Tanja ;-)

[ 5 ]  Uwe Keim | 23.02.06, 20:25 Uhr

[...] Der kleine Bruder des Keramikinlays heißt “Composite”. Mit diesem Begriff werden raffinierte Kunststoffmaterialien umschrieben, zahnfarben und hoch talentiert. Dort wo früher die gute alte Amalgam-Füllung eingesetzt war, sind heute unsichtbare Materialien geschätzt. Eines davon ist Composite, es eignet sich vor allem zur Behandlung kleinerer “Löcher”. Kleine bis winzige Läsionen sind meist nur mit einer speziellen Röntgenaufnahme zu erkennen, der sogenannten Bißflügelaufnahme (Bild oben). Warum die so heißt? Keine Ahnung. Jedenfalls gab´s auf jener welche wir hier zeigen eine kleine kariöse Läsion am ersten oberen kleinen Backenzahn der rechten Seite (Kringel). Warten bis das Ding größer ist? Bitte nicht. Wir entschieden uns deshalb für die Versorgung des Zahnes mit einem kleinen Composite-Aufbau, der zwei Jahre später klinisch unauffällig ist und hoffentlich auch in den kommenden Jahren treu seinen unsichtbaren Dienst verrichtet. [...]

[ 6 ]  Zahnblog » kleiner Bruder | 26.02.06, 21:19 Uhr

Kommentar hinterlassen

* = Pflichtfelder, E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht