Wurzelbehandlung vs. Zeit

Folgender Behandlungsfall vermag anschaulich zu beweisen, wie man sich mit Antworten auf die Frage: “Wie lange dauert das?” täuschen kann. Untere Eckzähne zählen üblicherweise nicht zu endodontischen Herausforderungen. Das Wurzelkanalsystem ist gut zugänglich und selten kompliziert: in Ingle´s “Endodontics 5. th Edition” geht man von 94% einkanaligen Zähnen aus. Und die restlichen zweikanaligen Zähne sind ebenfalls recht gutmütig. Fußballerisch formuliert würde man von einem Elfmeter sprechen, den es gemütlich reinzuschieben gilt. Im Überweisungswesen stellt sich die Angelegenheit schon mal etwas anders dar. Oders anders gesagt: Gerne vergißt man, dass die Elfmeter normalerweise beim Hauszahnarzt versorgt werden. Jedenfalls war ich ausgesprochen dankbar, als nach einer Stunde der Wurzelkanal des besagten Eckzahnes aufbereitet war. Zuvor gab´s noch ein Bild, welches die Hilflosigkeit der Situation dokumentiert: Ein Stift steckt in der Zugangskavität, zur Wurzelspitze ist jedoch noch weit (Bild oben). Wo ist der Kanaleingang? Die anschließende Aufbereitung mit NiTi-Instrumenten ist vergleichsweise einfach. Was mit Handinstrumneten eine zeitaufwändige Prozedur ist, gerät mit den neuen Instrumenten zu einer lösbaren Aufgabe. Am Ende der ersten Behandlungssitzung ist der Wurzelkanal dann aufbereitet und kann in der zweiten gefüllt werden (Bild mitte). Nach dem Verschluß der Zugangskavität mit Composite, eine Art hochwertiger Kunststoff, ist das Abschlußbild fällig (Bild). Gemessen an der dreiviertelstündigen Suche nach dem Wurzelkanal, ist das Ergebnis sehr ordentlich.

6 Kommentare

Lieber Herr Dr. Gerner,

vielen Dank für die prompte Antwort. Hab nun doch nochmal eine kurze Frage, bin nämlich immer noch im Ausland und kann erst am Dienstag wieder zu meinem Zahnarzt. Der zahn ist ja nun seit einer woche “offen” und tut trotzdem noch sehr weh. Speziell wenn heißes rankommt oder versehentlich essenreste drin bleiben. Frage: Der Zahn ist doch schon tot oder? Wieso hab ich noch solche Schmerzen? Ist womöglich der Nerv entzündet?Was macht denn mein Zahnarzt dann? Vielen vielen Dank für die Hilfe!

[ 1 ]  Ina Budginski | 04.11.06, 20:36 Uhr

@1: Schmerzen im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung sind “relativ” normal. Wurde der Zahn sorgfältig aufbereitet und mit einer medikamentösen Einlage versorgt dürften eigentlich keine Schmerzen auftreten weil damit das empfindliche Zahnmark entfernt worden ist. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. In wenigen Fällen kommt es kurze Zeit nach der Behandlung zu Schmerzen, die aber nach ein- bis zweitägiger Dauer wieder verschwinden. Das war übrigens auch im Falle des unteren Eckzahnes so. HIer helfen normale Schmerztabletten wie bsp.weise Ibuprofen (Einnahme nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt). Woher diese Schmerzen rühren ist letztendlich nicht vollkommen geklärt. Dauern die Schmerzen länger an, ist vermutlich noch Gewebe im Zahn, Bakterien oder beides. Der Zahn sollte zunächst sorgfältig “ausgeputzt” werden, eben wie man bei einer Wurzelkanalbehandlung vorgehen sollte ….

[ 2 ]  Wolfgang Gerner | 05.11.06, 06:51 Uhr

Lieber Dr. Gerner,

vielen tausend Dank für die Info!! Werde morgen endlich meinen Zahnarzt aufsuchen und hoffe auf Besserung. Bin so dankbar für diese Internetseite und Ihre schnelle Hilfe!!! Nächstes Mal komme ich gleich zu Ihnen ;-)
Weiterhin viel Erfolg hiermit und viele Grüße aus Berlin.
Ina Budginski

[ 3 ]  Ina Budginski | 06.11.06, 01:27 Uhr

Hallo Elvi-bin wieder mal im Land und sehe mich ein wenig um. Komme ja kaum noch zu was, ausser lernen. Aber die TCM fasziniert mich immer mehr-einfach genial was vor 3000 Jahren schon funktionierte und auch heute noch stimmt. Liebe Grüsse B.

[ 4 ]  Sommerwind | 23.11.06, 01:35 Uhr

Wenn ich die aufnahmen schon sehe und das hier lese wird mir schon wieder schlecht vor den Erinnerungen an meine Wurzelbehandlung. Das hat damals so höllisch wehgetan und hat eeewig gedauert. Zum Glück ists vorbei, und ich hoffe sowas muss ich nie iweder über mich ergehen lassen!

Gruß, Stefan

[ 5 ]  Stefan | 24.11.06, 17:33 Uhr

Hallo,
ich bin zur Zeit in Behandlung (Wurzelbehandlung) und da zwei der drei Nerven schon tot waren, habe ich bislang nur Einlagen bekommen, die nach ein paar Tagen gewechselt werden. Der Zahn ist also tot, da ja alle Nerven entfernt wurden. Doch ich kann immernoch nicht auf der Seite Essen kauen ohne enorme Schmerzen zu spüren. Woher kommt das? Ich dachte der Zahn sei tot. Ich war heute noch beim Zahnarzt und als er die Einlkage wechselte tat mir das weh und er meinte, dass es nicht sein könne, da der Zahn tot sei. Er hat aber weiter nichts dazu gesagt. Manchmal, sehr selten, verspür ich auch einen Stichschmerz. Was hat das alles zu bedeuten? Meine größte Sorge ist es den Zahn zu verlieren! Vielen Dank für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen, Anna.

[ 6 ]  anna | 29.11.06, 20:31 Uhr

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